IKF - International Kobudo Federation

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Geschichte

Die Kunst, sich mit verschiedenen Tricks, oder besser gesagt mit Schnelligkeit und List gegen einen weitaus stärkeren Gegner zu verteidigen, besteht schon seit der Zeit, da es Menschen auf dieser Erde gibt. Denn mit den Menschen wurde der ewige Kampf geboren, und wo man den Kampf übt, übt man die Verteidigung. Die ältesten Aufzeichnungen, die sich darüber in unseren Händen befinden, dürften wohl die Wandmalereien in den alten ägyptischen Königsgräbern sein. Aber auch im Mittelalter wurde bis zu der Zeit, als hier in Europa die ersten Feuerwaffen erfunden wurden, der Zweikampf Mann gegen Mann sehr stark gepflegt. Jeder Ritter wurde darin von seiner frühesten Jugend an trainiert. Albrecht Dürer hat viele Handzeichnungen über den Allkampf, wie diese ritterlichen Spiele damals hießen, angefertigt. In Japan und China reichen die Berichte bis ins mythologische Zeitalter zurück, und es wird im „ Takanogawy“ (einer der ältesten japanischen Schriften, die den Zweikampf behandeln und die in einem tibetanischen Kloster gefunden wurde) berichtet, dass schon die Götter Kashima und Kadori verschiedene Kunstgriffe verwendet hatten, um ihre Untergebenen damit zu züchtigen. Von dieser Zeit an bis zum 17.Jahrhundert fehlen weitere Aufzeichnungen aus Japan.

Und nun beginnen sich, was die historische Entwicklung des JUJUTSU, JU/JIU-JITSU betrifft, die Geister zu scheiden. Die einen erzählen dieses, die anderen vermuten jenes.

Eine Version lautet z. B. folgendermaßen: um das Jahr 1650 herum soll ein Chinese namens Chin-Gen-pin oder Chuen-Juan-pin einige Tricks ausgearbeitet haben, sogenannte „tes“. Diese „tes“ oder Kniffe des JUJUTSU, JU/JIU-JITSU bestanden zu jener Zeit nur aus einigen lebensgefährlichen Schlägen und Stößen, die das Ziel hatten, den Gegner zu töten oder schwer zu verletzen und dann zu entmannen. Chin-Gen-pin soll dann nach Jedo (jetzt Tokio) gefahren sein und dort seine Kunst an drei Samuraikrieger verkauft haben, welche der Kaste der Daymios angehörten, die unter Waffenverbot stand. Diese Rittersekte hat dann das JUJUTSU, JU/JIU-JITSU weiterentwickelt und auf eine hohe Stufe gebracht.

Nach einer anderen Version soll ein japanischer Arzt aus Nagasaki namens Akyjama Shirobei Yoshitoki, welcher gerade in China weilte, bei dem chinesischen Nahkampflehrer Haku-tei oder Pao-chuan die Kunst des waffenlosen Zweikampfes studiert haben.

Nach Japan zurückgekehrt, musste er aber feststellen, dass zur wirkungsvollen Ausführung eines der gelernten „tes“ oder Griffe eine große Körperkraft notwendig sei. Da beobachtete er einmal während eines Sturmes eine Weide und einen Kirschbaum. Während die starken Äste des Kirschbaumes durch die Wucht des Orkans glatt gebrochen wurden, bogen sich die dünnen geschmeidigen Äste der Weide bei jedem Windstoß und schnellten dann unbeschädigt in ihre alte Lage zurück. Durch diese Beobachtung angeregt soll Akyjama Shirobei Yoshitoki auf den Gedanken gebracht worden sein, ein Kampfsystem zu entwickeln, bei welchem ebenfalls der Schwache „durch Nachgeben siegen“ könne. Daraufhin soll sich Akyjama Shirobei Yoshitoki auf 100 Tage in den Tennango-Tempel in Tsukushi zurückgezogen haben. In dieser Zeit, so berichten die Schriften, habe dieser japanische Arzt, von den Kenntnissen der Anatomie und Psychologie ausgehend, die Anzahl seiner „tes“ (Griffe) auf 103 und die Mittel der Wiederbelebung „kassei-ho“ auf 28 erhöht. Jetzt erst gründete Akyjama Shirobei Yoshitoki eine Schule, der er den Namen Yoshin-ryu, d. h. Weidenherzschule gab. Die geschmeidige Weide hatte ihn auf den Gedanken gebracht ein Kampfsystem mit dem Grundprinzip „Nachgeben um zu siegen“ zu erfinden. In beiden Fällen also, sowohl durch Chin-Gen-pin, welcher die Samurais in ein System des Zweikampfes einführte, als auch Haku-tei, welcher der erste Lehrer des jungen japanischen Arztes war, scheint China als das Ursprungsland des JUJUTSU, JU/JIU-JITSU auf. Es steht aber ebenso fest, dass die gegenwärtige Perfektion des JUJUTSU, JU/JIU-JITSU fast ausschließlich japanischen Bemühungen zu verdanken ist.

Knapp nach Gründung des YOSHIN – RYU JUJUTSU, JU/JIU-JITSU durch Akyjama Shirobei Yoshitoki entstanden noch viele andere Schulen in Japan. Jede dieser verschiedenen Lehrstätten gab ihrem System einen anderen Namen, und somit ist JUJUTSU, JU/JIU-JITSU nur die bekannteste der vielen anderen Kampfarten, welche sich kaum voneinander unterscheiden. Die bekanntesten Systeme außer dem JUJUTSU, JU/JIU-JITSU waren: Jawara, Kuguseku, Kempo, Kumiuchi und Taijitsu. Die bekanntesten japanischen Schulen sind heute auch noch die: Tenchin Shinyo-ryu, Ryoichinto-ryu, Takemouchi-ryu, Kiraku-ryu, Shinnoshindo-ryu, Arato-ryu usw.

Yamamoto Tabizayemon war der Gründer der Sinnoshindo-ryu. In dieser Schule wurde wie in der Yoshin-ryu das JUJUTSU, JU/JIU-JITSU gepflegt. Die verschiedenen Griffe in diesen zwei Schulen wurden in drei Gruppen klassifiziert. In Shodan (Einführungsrang), Chudan (mittlerer Rang), Jodan (oberer Rang). Der Gründer der Tenchin Shinyo-ryu war Okayama Hochiroji oder Sekizai Minamoto, welcher sieben Jahre lang unter Hitosujanagi Oride, einem der bekanntesten JUJUTSU, JU/JIU-JITSU Lehrer des alten Japans und Gefolgsmann des Lords Hitotsuyanagi, JUJUTSU, JU/JIU-JITSU lernte. Es wird berichtet, dass Okajama Hochiroji, der in fast allen Provinzen seines Landes studierte und sich als Wanderlehrer betätigte, einmal den Kampf gegen 100 Kulis aufgenommen hat und mit Unterstützung seines Assistenten Nishimura alle mit Leichtigkeit in die Flucht schlagen konnte. Er war es auch, der „Atemi“ die Kunst, den Zustand eines Scheintodes hervorzurufen oder, wenn nötig, den Gegner durch gefährliche Schläge und Stöße auf lebenswichtige Organe zu töten, ausarbeitete. Nun konnte er die Anzahl seiner „tes“ oder Griffe auf 124 erhöhen. Am Höhepunkt seines Ruhmes angelangt, änderte er seinen Namen auf Iso Matayemon Yanagi Sekizai Minamoto-no-Masatari. Bis zu seinem Tod im 98. Lebensjahr arbeitete dieser große Vorkämpfer des JUJUTSU, JU/JIU-JITSU in der Folge als Lehrer in der Tenchin Shinyo-ryu.

Nun kommt das Merkwürdige in der Geschichte des JUJUTSU, JU/JIU-JITSU. Nachdem diese großen Meister gestorben waren, gerieten die verschiedenen Kampfsysteme fast in Vergessenheit, ja es wurde den Studenten sogar nahegelegt, diese alten japanischen Gebräuche abzulegen, denn junge Japaner versuchten in allen Dingen, den Europäer zu imitieren.

So merkwürdig es klingen mag, aber ein Deutscher, nämlich Hofrat Dr. Erwin Bälz, welcher als Dozent der Medizin an der Universität in Tokio und als Hofarzt der kaiserlichen Familie von 1876 bis 1902 beschäftigt war, sorgte für die Renaissance dieser Kampfsportart, indem er diese als Mittel gegen den schlechten körperlichen Zustand seiner Studenten einsetzte. Dr. Bälz selbst nahm bei einem der ältesten Meister, dem 70jährigen Totsuka Unterricht. Einige seiner Studenten, die ihn als europäischen Universitätsprofessor hoch verehrten, ahmten seinem Beispiel nach, doch der Großteil der Studenten wollte noch immer nichts mit JUJUTSU, JU/JIU-JITSU zu tun haben. Einer der damaligen Schüler des Dr. Bälz war ein gewisser Jigoro Kano, welcher eine außergewöhnliche Begabung und großes Interesse zeigte. Es dauerte zwei Jahre, und es ist nur den Bemühungen von Dr. Erwin Bälz, Jigoro Kano und seinen Schülern zu verdanken, dass 1879 ein Turnier an der kaiserlichen Universität stattfinden konnte. Dieses Turnier verhalf der Kampfkunst JUJUTSU, JU/JIU-JITSU zu neuem Ruhm und der Altmeister Totsuka dankte Dr. Erwin Bälz mit Tränen in den Augen für das Engagement beim Auflebenlassen alter japanischer Traditionen.

Zu diesem Zeitpunkt wusste man in Österreich, Deutschland und im restlichen Europa ganz wenig über JUJUTSU, JU/JIU-JITSU. Die Geschichten die man darüber erzählte waren maßlos übertrieben. Erst 1901 konnte man auf einer Varietebühne in England die geheimnisumwitterten Techniken des JUJUTSU, JU/JIU-JITSU sehen. Durch die damals schon starke Präsenz der Presse bekam auch Kaiser Wilhelm II davon zu lesen und seine Neugierde war geweckt.

1903 nach dem russisch-japanischen Krieg kamen zwei japanische Kreuzer zu einem Freundschaftsbesuch nach Kiel. Bei diesem Anlaß bekam Kaiser Wilhelm II erstmals eine Kampfkunst „life“ zu sehen. Er war so sehr begeistert, dass er nach einem JUJUTSU, JU/JIU-JITSU Meister fragte, der an einer Militärschule die Kadetten in dieser Kunst unterrichten konnte. Ihm wurde offiziell Agitaro Ono zugeteilt. Jedoch kamen auch privat einige Japaner (Higashi, Tani, Uynichi, Mayaki) nach Deutschland um die Kampfkünste JUJUTSU, JU/JIU-JITSU und Judo zu lehren.

Erich Rahn, bedeutendster Schüler dieser Japaner, gründete 1906 die erste deutsche JUJUTSU, JU/JIU-JITSU Schule in Berlin, die heute noch existiert.

Geschichtliche Entwicklung des JUJUTSU, JU/JIU-JITSU in Österreich

Um 1900 ist JUJUTSU, JU/JIU-JITSU in Österreich durch Zirkusdemonstrationen von Japanern bekannt geworden bzw. wurde zu dieser Zeit eingeführt.

In den Jahren 1912 bis 1926 unterrichtete Karl Bauer im ersten Wiener Gemeindebezirk (Hegelgasse-WAC-Heim) JUJUTSU, JU/JIU-JITSU.

Sein bekanntester Schüler war Josef Diwischek, der sich auf JUJUTSU, JU/JIU-JITSU Techniken spezialisierte, die wenig Kraft jedoch große Schnelligkeit erforderten und sehr fintenreich waren. Er bildete die Wiener Polizei im 3. Wiener Gemeindebezirk in der Marokaner Kaserne aus und war Leiter der Sektion JUJUTSU, JU/JIU-JITSU der Polizeisportvereinigung im 1. Bezirk Postgasse 7.

Außerdem organisierte er viele Werbeveranstaltungen, wie z.B. die „Jiu-Jitsu Sportrevue“ und eine „Jiu Do“- Vorführung von Prof. Dr.Jigoro Kano (dem Begründer des Judo), der bei einer Europa Tournee (1937) Wien besuchte.

Diwischeks bekanntester Schüler, der 1902 geborene Prof. Rautek, blieb der Stilrichtung seines Lehrers treu und entwickelte bzw. verfeinerte diese noch weiter. Seine erste Schule eröffnete Rautek im 4. Bezirk, Margaretenstr. 38. Es folgte die Gründung verschiedener Schulen in mehreren Wiener Gemeindebezirken. Außerden hielt Prof. Rautek Kurse an Volkshochschulen ab, bildete die Justizwache und die Polizei aus und unterrichtete von 1941 bis 1947 JUJUTSU, JU/JIU-JITSU an der Universitätsanstalt Wien.

Neben Karl Bauer (1912 – 1926) eröffnete Franz Sager (geboren 1891), auch bekannt unter dem Namen „Willy Curly“ (Europameister im Jiu-Jitsu) im Jahr 1919 die 1. Jiu-Jitsu Schule Österreichs mit seinem Schwager Heinz Kowalzki dem späteren Präsidenten des Sportverbandes. 1924 trennte sich Curly von Kowalzki und eröffnete in der Mariahilferstraße 85 eine nach japanischem Vorbild eingerichtete Sportschule.

Seine bekanntesten Schüler, Ing. Otto Klimek und Edmund Gabriel, gründeten den Jiu-Jitsu Club Leopoldstadt in der Taborstraße 1-3. Klimek, der gute Verbindungen zur japanischen Botschaft hatte, konnte wie Josef Diwischek eine Jiu Do Vorführung von Prof. Jigoro Kano, in seinem Club in der Taborstraße organisieren. Bei dieser Gelegenheit verlieh Prof. Kano dem Veranstalter Klimek den 2.Dan Jiu-Do.

Heinz Kowalzki, geb. 1888, führte 1926 Jiu-Jitsu beim ASKÖ ein und war bis 1928 dessen Betreuer (Fachwart) Seine bekanntesten Schüler waren Josef Kühr, Leopold Wunsch und Prosper Buchelle. Josef Kühr, geb. 1894, war im Jahr 1923 noch Boxmeister und wurde im Jahr 1924 Jiu-Jitsu Meister. Gemeinsam mit Josef Ebetshuber und Hermann Vollnhofer, forderte er im Jahre 1946, die Freistilringer im Zirkus Rebernigg erfolgreich heraus. Außerdem gründete Kühr mit Josef Ebetshuber, Stefan Achenbrenner und Baron Huber Klinger von Klingersdorf, im Jahr 1956 den Jiu-Jitsu Verband Österreich.

Josef Ebetshuber, geb. 1905, besiegte nach dem Krieg die Freistilringer im Zirkus Rebernigg, die fast alle mehr als das Doppelte seines Körpergewichts in den Ring brachten. Ebetshuber leitete viele Kurse und war bei unzähligen Lehrgängen technischer Leiter. Er bereiste bis zu seinem Tode im Jahre 1987 mehrmals das Ausland und es gibt sicher nicht viele Sportschulen in der BRD, in denen Ebetshuber nicht als Trainer oder Prüfer tätig war. Bis zuletzt leitete er seinen Jiu-Jitsu Club Donau Schwechat. Als Inhaber des 10.Dan Jiu-Jitsu war er der ranghöchste Jiu Jitsuka Europas und auch in verwandten Kampfsportarten hochgraduierter Meister.

Baron Huber Klinger von Klingersdorf, geb. 1920, lernte während der Kriegsjahre Jiu-Jitsu und entwickelte sich zu einem ausgezeichneten Kämpfer. Sein bekanntester Lehrer war Erich Rahn. Zu Kriegsende unternahm er eine Fernostreise bei der er sich unter anderem auch in Jiu-Jitsu weiterbildete. Ein späterer Trainer war der Japaner Mikonosuke Kawaishi (Nationaltrainer von Frankreich).

Geschichtliche Entwicklung des JUJUTSU, JU/JIU-JITSU in Kärnten

In Kärnten lässt sich der Beginn systematischen Trainings der Selbstverteidigungsdisziplin JUJUTSU, JU/JIU-JITSU erst nach 1945 nachweisen. Im Rahmen der Gendarmeriegrundausbildung und als berufsbegleitende Weiterbildung wurden „Jiu-Trainings“ angeboten, die im wesentlichen „Abwehr-, Festhalte- und Abführgriffe“ beinhalteten. Durchgeführt wurden diese Ausbildungsmaßnahmen vom Gendarmerie-Sportlehrer Rayonsinspektor Pölzl. Dieser veranstaltete auch fallweise für private Interessensgruppen sowie für Vereine „Jiu-Kurse“. Die praktizierten Techniken entstammten jenem Fundus, der in Österreich ab Beginn des 20. Jahrhunderts bekannt und durch Persönlichkeiten wie Karl Bauer, Josef Diwischek, Prof. Franz Rautek, Josef Kühr, Josef Ebetshuber, Franz Nimführ u.a. entwickelt und tradiert wurde. Etwa zeitgleich mit Rayonsinspektor Pölzl trat in Kärnten auch Baron Alber als „Jiu Jitsu“ Trainer in Erscheinung und fand später im „Judo Verein Velden“ seine sportliche Heimat.

Der eigentliche, langjährige Promotor des JUJUTSU, JU/JIU-JITSU in Kärnten war aber Wolfgang Somitsch. Während des zweiten Weltkrieges diente er bei der Fallschirmtruppe und kam dort im Zuge der Nahkampfausbildung mit japanischen und koreanischen Ausbildern in Kontakt. Neben der planmäßigen Ausbildung bot sich für Interessierte die Gelegenheit in der Freizeit von diesen Ausbildern Jujutsu- und Judotechniken zu erlernen. Von dieser Möglichkeit machte Wolfgang Somitsch ausgiebig Gebrauch und eignete sich profunde Kenntnisse und Fertigkeiten dieser Disziplinen an.

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges trainierte Wolfgang Somitsch im Freundeskreis die erlernten Techniken weiter und „erprobte“ sie darüber hinaus in Rangler-Wettkämpfen auf der Flattnitz. Mit Gründung der Kärntner Volkshochschule im Jahre 1947 bot Wolfgang Somitsch Selbstverteidigungskurse“ in Klagenfurt und anderen Orten Kärntens an. Diese bildeten vielerorts die Basis späterer Vereine. 1956 gründete Wolfgang Somitsch in Klagenfurt den „Jiu Jitsu und Judo Do Verein Raketen“, den Vorläufer des jetzigen „1. Kärntner Judo und Jujutsu Vereins Klagenfurt“, dem er bis zu seinem Tode 1997 als Obmann Vorstand. Nach Wolfgang Somitsch übernimmt Dr. Kurt Schöffmann die Obmannschaft des „1. Kärntner Judo und Jujutsu Vereins Klagenfurt“.

Dr. Kurt Schöffmann kam während seines Militärdienstes über die Nahkampfausbildung mit den Kampfkünsten in Kontakt und trainierte ab 1957 Judo bei Sensei Josef Herzog, Karatedo bei Sensei Isao Ichikawa und schwergewichtsmäßig Jujutsu bei Sensei Josef Ebetshuber, wo er 1972 den 1.Dan erreichte. Die systematisch entwickelte Jujutsu Ausbildung führte zu Trainingskontakten mit Budo-Persönlichkeiten wie Robert Tobler, Baron Klinger v. Klingerstorf, Prof. Franz Rautek, Major Knud Janson, Sensei Harada und anderen. Dr. Kurt Schöffmann, der auch selbst stets als Jujutsu Trainer tätig war, wurde 1981 zum 5. Dan graduiert (Ebetshuber, Tobler, Klinger-Klingestorf).

Bereits 1983 wurde Dr. Kurt Schöffmann Mitglied der International Martial Arts Federation (IMAF) und fand in Prof. Shizuya SATO einen verständnisvollen Lehrer und Förderer, der nach persönlicher Überprüfung des technischen Standards und intensiver Einschulung in das Nihon Jujutsu seinen 5.Dan-Grad bestätigte und 1984 mit dem Titel „Renshi“ würdigte. Nach zweijähriger, sorgfältiger Vorbereitung besuchte Dr. Kurt Schöffmann 1985 das IMAF-Hauptquartier in Tokio um im Honbu-Dojo mit Prof. SATO zu trainieren und im Rahmen der „11th Annual Martial Arts Exhibition“ seine Prüfung zum 6.Dan Nihon Jujutsu abzulegen. Bei dieser Gelegenheit wurde Dr. Kurt Schöffmann mit dem „Special Award“ der IMAF geehrt. Seine technischen und pädagogischen Leistungen im Budo fan¬den in der 1986 erfolgten Verleihung des Titels „Kyoshi“ ihren ehrenden Ausdruck. Nach weiteren Trainingsaufenthalten in Japan waren die Voraussetzungen für die Betrauung als IMAF-Branchedirektor Österreich gegeben. 1992 legte Dr. Kurt Schöffmann vor einer internationalen Kommission unter dem Vorsitz von Prof. SATO seine Prüfung zum 7.Dan Nihon Jujutsu ab. Für seine Verdienste um die Entwicklung des Nihon Jujutsu in Europa wurde Dr. Kurt Schöffmann im September 2000 mit dem „Budo Koro Sho“ der IMAF ausgezeichnet. Am 20. Februar 2003 wurde ihm der 8.Dan Nihon Jujutsu (IMAF) verliehen.

Dr. Kurt Schöffmann lehrte am „Sportinstitut der Universität Klagenfurt“ und im „1. Kärntner Judo und Jujutsu Verein Klagenfurt“ Nihon Jujutsu und war Präsident des „Kärntner Jujutsu Verbandes“. Dr. Schöffmann ist Inhaber der IMAF-Instruktor Lizenz (G.1), Berater der IMAF-Zentrale in Tokio, Mitglied des „Supreme Council of the European Technical Directors of IMAF“.

Der Jujutsu/Kobudo Landesverband Kärnten (JJKLVK) wurde 1998 von Dr. Kurt Schöffmann (Präsident) und Günter Painter (Geschäftsführender Obmann) gegründet.

Günter Painter wurde am 27.04.1961 in Klagenfurt geboren und kam während seiner Offiziersausbildung beim Österreichischen Bundesheer 1980 bis 1981 über den militärischen Nahkampf zu den verschiedensten Kampfsportarten.

Als „SUCHENDER“ trainierte Günter Painter mit Unterbrechungen, von 1982 bis 1986, Boxen in Wien, Kung-Fu, Karate und Judo in Kärnten.

1987 fand Günter Painter am USI Klagenfurt in Dr.Kurt Schöffmann (Kyoshi, 8.Dan Nihon Jujutsu) einen erfahrenen und umsichtigen Jujutsumeister der seine Ambitionen auch richtig zu fördern wusste.

1989 traf Günter Painter bei einem internationalen Trainingslager auf Soke Vlado Schmidt (10.Dan Self Defence, 10.Dan Goshin Kai, Kaiso 10.Dan Kobukai, 10.Dan Ju Jitsu). Vlado Schmidt war nach 1960 federführend an der Entwicklung des JUJUTSU, JU/JIU-JITSU und des KOBUDO in Deutschland und Europa beteiligt. Nach einem Jahr „Probezeit“ akzeptierte Soke Vlado Schmidt Günter Painter als seinen Schüler in KOBUDO und JUJUTSU, JU/JIU-JITSU und er ist auch heute noch sein Lehrer und Freund.

1995 gründete Günter Painter den JUJUTSU / KOBUDO Verein ZANSHIN in Feistritz im Rosental und setzte damit den Grundstein für einen gezielten Aufbau in der Ausbildung für das JUJUTSU, JU/JIU-JITSU und KOBUDO in Kärnten.

Günter Painter ist Träger des 6.Dan Kobukai Kobudo, des 5.Dan Jujutsu, des 5. Dan Ju/Jiu-Jitsu, des 4.Dan Bojutsu, des 1.Dan Tantojutsu, des 1.Dan Tonfajutsu, des 1.Dan Nunchaku und des 1. Dan in Hwarang Do.

Im März 2008 ernannte Soke Vlado Schmidt seinen Meisterschüler Günter Painter zum NI DAI SOKE (Generationserben) und zu seinem designierten Nachfolger und verlieh ihm den Titel O – SENSEI für die Stilrichtung des KOBUKAI BUDO DO.

Günter Painter ist Präsident der INTERNATIONAL KOBUDO FEDERATION (IKF), Präsident des JUJUTSU / KOBUDO Landesverbandes KÄRNTEN (JJKLVK), Technischer Direktor des JUJUTSU / KOBUDO Landesverbandes KÄRNTEN, Präsident des JIU JITSU Landesverbandes KÄRNTEN, Mitglied im Dankollegium des JIU JITSU Verbandes Österreich (JJVÖ), Obmann und Trainer des JUJUTSU / KOBUDO Vereines ZANSHIN und international anerkannter Trainer für Jujutsu, Kobudo und Bojutsu.

1999 folgte die Gründung der Sektion Jujutsu / Kobudo des Gendarmeriesportvereins Kärnten in Krumpendorf durch Richard Della Pietra. Diese Sektion wurde 2006 aufgelöst. 2001 gründete Arnold Obiltschnig den Jujutsu / Kobudo Verein SHOGUN in Villach. Dieser Verein wurde ebenfalls 2006 aufgelöst.

Diese drei Vereine bildeten bis 2006 die Basis des Landesverbandes Kärnten.

Der Jujutsu / Kobudo Verein ZANSHIN (Günter Painter), der JUJUTSU / KOBUDO Verein YOSHINO (Andrea Kern), der JUJUTSU Verein TAKA Union Velden (Thomas Gölles, Brigitte Schönherr) und die Sektion JUJUTSU der 1. Kärntner Judo und Jujutsu Verein Klagenfurt (Harald Zwattendorfer) bilden heute die Basis des JUJUTSU KOBODOLandesverbandes Kärnten und des JIU-JITSU Landesverbandes Kärnten.

 

 

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